Was wird das nächste große Ding in der Food-Branche? Wird Speiseeis bald nach Salmiak oder Jalapeño schmecken? Welche Rohstoffe drohen knapp zu werden und wie reagieren Unternehmen darauf? Die Lebensmittelwirtschaft steht vor einem tiefgreifenden Wandel – getrieben von neuen Konsumtrends, Ressourcenfragen und technologischen Innovationen. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, brauchen Unternehmen mehr als nur ein gutes Bauchgefühl: Sie brauchen belastbare Daten, smarte Analysen und visionäre Konzepte.
Genau hier setzt das Start-up Metadine an. Gründer und Inhaber Daniel Preuschoff liefert KI-gestützte Lösungen, die Unternehmen der Ernährungsbranche bei der Entwicklung zukunftsfähiger Produkte unterstützen. Auf unserer foodRegio Fachkonferenz Newtrition X - Future Food powered by AI am 11.11.2025 in den media docks präsentiert er, wie künstliche Intelligenz gezielt eingesetzt werden kann, um neue Ernährungskonzepte zu identifizieren, zu entwickeln und erfolgreich zu integrieren.
Im Gespräch mit foodRegio spricht Daniel Preuschoff über seinen persönlichen Werdegang, die Vision hinter Metadine und seine Ambitionen für eine gesündere, datengetriebene Zukunft der Ernährung.
Wie führte Ihre berufliche Entwicklung zu dem Start-up Metadine?
Ich war schon immer neugierig auf alles rund um Digitalisierung und Unternehmertum. Schon während meines Wirtschaftsingenieur-Studiums mit Schwerpunkt Entrepreneurship habe ich nebenbei spannende Jobs gemacht – vom Projektleiter für Digitalisierungsprojekte in einem KMU bis hin zu New Business Development bei einem börsennotierten Unternehmen. Letzteres war besonders spannend, weil ich dort gesehen habe, wie man eine Idee von der Skizze bis zur Markteinführung bringt – quasi wie ein Start-up im Konzern.
Dann kam plötzlich die große KI-Welle und hat das Spielfeld komplett neu gemischt. Mir wurde klar: Hier entsteht gerade ein riesiges Potenzial – und ich will vorne mit dabei sein.
Was ist denn die Idee hinter Metadine?
Ganz einfach: Wir helfen Unternehmen aus dem Food-Sektor, KI sinnvoll einzusetzen. Nicht als Buzzword, sondern so, dass sie wirklich Mehrwert bringt.
Meine Arbeit lässt sich grob in drei Bereiche einteilen: Zuerst erkläre ich Unternehmen in einfachen Worten, was KI ist und was sie leisten kann. Dann finden wir gemeinsam heraus, wo KI im Betrieb wirklich etwas bringt. Zum Schluss entwickel ich maßgeschneiderte Lösungen und begleite die Implementierung. Kurz gesagt: Ich bin End-to-End-Partner und arbeite am liebsten hands-on an spannenden Projekten.
Welche Anwendungslösungen werden am häufigsten nachgefragt?
Im Moment ganz klar: individuelle Markt- und Trendanalysen. Unternehmen wollen wissen, wohin sich der Markt in den nächsten Monaten und Jahren entwickelt, um strategisch planen zu können. Welche Geschmacksrichtungen werden gefragt sein? Welche Verpackungen sind im Trend? Welche Konsumgewohnheiten ändern sich? Das alles wird auf genau ihr Produktportfolio und ihre Zielmärkte abgestimmt. Daneben gibt’s viele andere Anwendungsfälle – vor allem, wenn es darum geht, Prozesse mithilfe von KI zu automatisieren.
Wie sieht das praktisch aus?
Es gibt zwei Arten von Kunden: Zum einen diejenigen, die schon ein konkretes Problem im Kopf haben. Und die, die erstmal wissen wollen, was heute überhaupt möglich ist. Mit Letzteren starte ich oft mit einem lockeren „Discovery Call“. Wir lernen uns kennen, sprechen über mögliche Anwendungsfälle und identifizieren schnelle Erfolge. Danach biete ich gern ein kleines Pilotprojekt an – so lernen wir uns gegenseitig kennen und können testen, ob die Chemie stimmt.
Innerhalb von zwei Wochen baue ich dann einen funktionierenden Prototyp, mache erste Tests und präsentiere die Ergebnisse. Mein Ziel: dieses „Wow“-Gesicht beim Kunden. Wenn das gelingt, entwickeln wir die Lösung fertig und setzen sie im Unternehmen um.
Was treibt Sie an, was ist ihr persönliches Ziel?
Ich liebe es, wenn ich Unternehmen helfen kann, schneller richtig gute Produkte auf den Markt zu bringen. Das hat einen riesigen Hebel für ein besseres Ernährungssystem von morgen. Und ganz ehrlich: KI begeistert mich einfach. Beides zu verbinden – Food und KI – ist für mich der absolute Traumjob.
Zu welchen Veränderungen wird es durch KI im Bereich Ernährung kommen?
Der größte Vorteil wird sein: Unternehmen arbeiten viel effizienter. Vor allem die „Time-to-Market“ für neue Produkte wird deutlich kürzer – ich glaube, die Entwicklungszyklen werden sich in den nächsten Jahren halbieren. Das liegt daran, dass viele Schritte automatisiert werden können.
Das Entscheidende ist aber nicht KI allein, sondern das Zusammenspiel von Mensch und Maschine. Der Mensch konzentriert sich auf die wichtigen Entscheidungen – gestützt auf eine solide Datenbasis.
Welche Gefahren sehen Sie?
Ja, das größte Risiko ist, nichts zu tun. Viele Unternehmen trauen sich nicht so richtig ran, weil sie nicht wissen, wie sie anfangen sollen. Aber wer jetzt komplett an der Seitenlinie steht, wird es schwer haben, später aufzuholen.
Mein Tipp: Sensibilisiert eure Teams, testet kleine Projekte, sammelt Erfahrungen. KI muss weder teuer noch kompliziert sein – aber sie kann unglaublich hilfreich und sogar richtig unterhaltsam sein.
