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Die Zukunft der Proteine beginnt jetzt“

Am 3. Juni 2026 spricht Dr. Dorotea Pein auf dem 20. Trendtag in den media docks in Lübeck über das Thema Visionen. Sie arbeitet innerhalb der Stern-Wywiol Gruppe unter anderem bei Planteneers und hat dort eine Schlüsselrolle als Expertin im Bereich Lebensmitteltechnologie und pflanzliche Produktinnovationen. Seit vielen Jahren beschäftigt sie sich mit der Entwicklung pflanzenbasierter Lebensmittel und den großen Fragen der zukünftigen Ernährung. Im Kurzinterview erklärt sie, wie sie zu diesem Themenfeld gekommen ist, was Visionen für sie bedeuten und welche Impulse sie den Teilnehmenden des Trendtags mitgeben möchte. 

 

Was ist Ihr beruflicher Hintergrund? 
Von Haus aus bin ich Ökotrophologin, meine Promotion habe ich im Bereich der Milchtechnologie geschrieben. Ich arbeite seit 16 Jahren in einem Unternehmen, das Stabilisierungssysteme für Milch-, Fleisch- und Feinkostprodukte entwickelt. Bereits 2013 haben wir begonnen, uns intensiv mit pflanzenbasierten Produkten zu beschäftigen. Damals war das ein nahezu unbespieltes Feld – auch für mich persönlich ein völlig neuer Bereich der Lebensmittelindustrie.  
Mit pflanzlichen Proteinen entstand eine komplett neue Lebensmittelkategorie. Das passiert selten, denn meist entwickeln wir nur neue Texturen oder lösen prozess-oder zutatenbedingte Probleme. Bei tierischen Proteinen haben wir eine bestehende Matrix, auf die wir zurückgreifen können – bei pflanzlichen Proteinen müssen wir diese Matrix oft erst formen, zumindest wenn wir ein Produkt nachahmen wollen. 
Es ist ein hochkomplexes, unglaublich spannendes Feld, das längst nicht am Ende seiner Entwicklung ist. 


Sie sprechen auf dem Trendtag über Visionen. Was bedeutet „Vision“ für Sie? 
Visionen klingen oft sehr groß, aber im Lebensmittelbereich geht es darum, weiterzudenken: Wo kann ein Anfang hinführen? Viele denken bei pflanzlichen Proteinen nur an Alternativen zu tierischen Produkten. Doch wir müssen weiterdenken. 
Tierisches Protein ist endlich, die Weltbevölkerung wächst – pflanzliche Proteine müssen ein Bestandteil der globalen Ernährung werden. Heute schon hat etwa die Hälfte der Weltbevölkerung zu wenig Protein, während wir in Europa oder Nordamerika ausreichend versorgt sind. 
Eine Vision entsteht für mich aus Fakten, Berichten und Beobachtungen, die man zusammenführt. Die Produkte der Zukunft werden ganz anders aussehen als heute. Das, was wir jetzt entwickeln, sind Brückentechnologien. Wir werden neue Kategorien und Formate haben, die wir heute noch nicht kennen. Visionen sind selten an ein konkretes Bild gebunden, sondern an eine Funktion: Wie wollen wir uns ernähren – und mit welchem Ziel? 


Über welche konkrete Vision werden Sie auf dem Trendtag sprechen? 
Auf dem Trendtag werden wir uns mit Visionen von Lebensmitteln beschäftigen. Wir werden uns über Megatrends unterhalten. Sie wirken langfristig und bilden die Grundlage für Foodtrends. Auf dem Trendtag geht es aber nicht um einzelne Foodtrends, sondern um die großen Strömungen, die Menschen bewegen. 
Aktuell haben viele Menschen weniger Geld. Das führt dazu, dass sie sich stärker nach innen orientieren: Familie, Tradition, Vertrautes. In solchen Zeiten ist es schwer, Innovationen in den Markt zu bringen. Aber diese Phasen ändern sich wieder. 
Wir werden auf dem 20. Trendtag gemeinsam betrachten, wie sich Megatrends entwickeln und welche Bedürfnisse daraus entstehen. In einer Gruppenarbeit überlegen wir dann, welche Produkte in der Zukunft, z.B. in 20 Jahren, relevant sein könnten – und welche wir heute bereits anstoßen können. Man kann Richtungen erahnen und gemeinsam eine Vision entwickeln. 


Was sind die Key Facts Ihres Vortrags? 
Im Mittelpunkt stehen die Megatrends. Ich werde Informationsquellen zu Megatrends vorstellen und die wichtigsten Strömungen benennen. Wir wer auch sehen, wie die einzelnen Trends miteinander verknüpft sind. Aus diesen Verknüpfungen entstehen völlig neue Perspektiven. Die Präsentation dient als Impuls, damit die Teilnehmenden anschließend in der Gruppenarbeit eigene Visionen entwickeln können. 


Was ist die Kernbotschaft Ihres Vortrags? 
Man sollte offen bleiben und akzeptieren, dass eine 10- Jahres Vision sich später ganz anders entwickeln kann. Die Richtung bleibt oft gleich, aber äußere Umstände verändern sich. Deshalb sollte man nicht zu kritisch mit sich sein, wenn die Zukunft anders kommt als gedacht. Wichtig ist, mutig voranzugehen, flexibel zu bleiben und Visionen immer wieder an neue Bedingungen anzupassen. 

Vielen Dank an Frau Dr. Dorotea Pein für dieses spannende Interview und die exclusiven Einblicke vorab - live beim Trendtag am 03. Juni in den media docks.