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Globale Talente für die Lebensmittelbranche rekrutieren

foodRegio und die Arbeitsagentur wollen zur internationalen Fachkräftegewinnung der Lebensmittelbranche Krafte bündeln.

Wie Unternehmen der Lebensmittelbranche internationale Fachkräfte gewinnen und erfolgreich integrieren können, stand im Mittelpunkt einer Informationsveranstaltung am 3. März 2026, zu der foodRegio und die Agentur für Arbeit Lübeck eingeladen hatten. Die TeilnehmerInnen erhielten einen kompakten Überblick über Chancen, Herausforderungen und konkrete Unterstützungsangebote entlang des gesamten Rekrutierungsprozesses.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Frage, wie Unternehmen dem sinkenden Erwerbspersonenpotenzial begegnen können. Da der EU‑Raum weniger attraktiv geworden ist, richtet sich der Blick der Branche zunehmend auf Drittstaaten. Die Konditorei Junge GmbH berichtete von erfolgreichen Rekrutierungen aus Vietnam, Usbekistan und Kirgistan, machte aber deutlich, dass der Prozess so komplex ist, dass im Unternehmen eine eigene Abteilung für internationales Recruiting aufgebaut wurde. Entscheidend seien ein schneller Austausch, ein belastbares Netzwerk und die Bereitschaft der Unternehmen, sich gegenseitig mit Erfahrungen zu unterstützen.

Um bei dem Prozess zu unterstützen, hat die Agentur für Arbeit Lübeck Angebote erarbeitet, die sie vorstellte. Es reicht von Sprachförderung über Integrationsprogramme bis hin zur Beratung zu rechtlichen Rahmenbedingungen. Ergänzend wurde das europäische Netzwerk EURES vorgestellt, das die Arbeitsmobilität innerhalb Europas erleichtert, Hindernisse abbaut und Unternehmen kostenfrei bei der Rekrutierung unterstützt. Eine weitere wichtige Rolle spielt die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV), die Programme zur Fachkräftezuwanderung anbietet und als Anlaufstelle für internationale BewerberInnen fungiert.

Ein persönlicher Erfahrungsbericht von Quoc Khanh Hoang, Elektroniker für Informations- und Systemtechnik und seit 2022 in Deutschland, verdeutlichte, wie herausfordernd Bürokratie, Wohnungssuche und Behördengänge sein können und wie wichtig klare Kommunikation, Begleitung und Unterstützung im Alltag sind. 

Auf der Informationsveranstaltung wurde deutlich, dass erfolgreiche Integration internationaler Fachkräfte weit vor der Einreise beginnt: Unternehmen müssen Sprachbarrieren frühzeitig adressieren, das gesamte Team einbinden, das Onboarding bereits vor der Ankunft starten und bei Wohnungssuche sowie Behördengängen unterstützen. Da Einreiseprozesse zwischen drei Monaten und einem Jahr dauern können, ist eine sorgfältige Vorbereitung unerlässlich.

Fazit: Internationale Fachkräftegewinnung kann nur im Schulterschluss gelingen – durch enge Zusammenarbeit, geteilte Erfahrungen und starke regionale Netzwerke.